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Die "Geburt"
Daryoon - der Charakter, von dessen Erlebnissen ich hier berichten werde - ist nicht der erste Charakter, den ich in Ultima Online gespielt habe. Vor ihm gab es ein paar andere, mit deren Vorankommen ich jedoch nicht zufrieden war, und die ich jeweils nach kurzer Zeit wieder verwarf. Man benötigte eben eine Weile, ehe man einigermaßen in die komplexe Welt von Ultima Online hineingefunden hatte.
Bei der Erschaffung Daryoons setzte ich auf Anraten von Sir Parzival, einem der beiden Gildenräte der Guardian Angels, seine Stärke auf den höchstmöglichen Wert. Dafür mußte ich zwar sowohl die Geschicklichkeit als auch die Intelligenz arg vernachlässigen, doch mit der Zeit sollte Daryoon sich ja schließlich weiterentwickeln - und auch in dieser Hinsicht besser werden.
Weiter riet Sir Parzival mir, statt der zu Beginn möglichen drei Talente nur zwei zu wählen, die ich dafür dann aber gleich auf den relativ hohen Wert von 50 setzen konnte. Ich wählte die Talente Holzfällen und Bogenbauen. Sicherlich keine besonders heldenmäßige Talente, aber zu Beginn meiner Laufbahn wollte ich zunächst einmal einen Grundstock an Geld ansammeln. Nun, und durch das Herumprobieren mit meinen vorherigen Charakteren hatte ich herausgefunden, daß das Bogenbauergewerbe im Vergleich zu anderen Berufen recht flott zu einigem Geld führte.
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Und dann war es schließlich soweit - Daryoon betrat zum ersten Mal in seinem hoffentlich langen und erfolgreichen Heldenleben den Boden Britannias. Als Ausgangspunkt meiner Abenteuer hatte ich Minoc gewählt - eine kleine Stadt im Norden Britannias, deren Bewohner hauptsächlich im Bergbau und im Schmiedehandwerk tätig waren. Doch gab es auch viel Wald um Minoc herum, so daß ich gute Voraussetzungen für meine Tätigkeit als Bogenbauer vorzufinden hoffte.
Tatsächlich kam ich gut voran: Zwar dauerte es immer eine ganze Weile, ehe ich einen geeigneten Baum fand, von dem ich Holz schlagen konnte, doch innerhalb einer Viertelstunde konnte ich fünf bis sechs Armbrüste herstellen, manchmal sogar mehr. Für gewöhnlich wurde ich diese dann auch sehr schnell bei einem der beiden Händler in Minoc los - hatte der eine gerade keinen Bedarf mehr, fand sich meistens sein Kollege bereit, meine Ware zu kaufen. Außerdem gab es in Minoc auch einen Schmied, der gelegentlich ebenfalls dazu bereit war.
An diesem ersten Tag verdiente ich an die 1500 Goldmünzen. Zum Teil gab ich das Geld gleich wieder aus, indem ich NPCs dafür bezahlte, mir Fertigkeiten beizubringen, die ich noch nicht oder kaum beherrschte: Schwertkampf, Kampftaktiken und dergleichen mehr. Ich wollte schließlich schon für mein späteres Abenteurerleben vorsorgen.
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